familienzuschlag · Randnotizen · Schwangerschaft & Geburt

#Muttertagswunsch.

Was ich mir wünsche, wenn ich an den Muttertag denke? Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich noch einmal Mutter werden darf.

Ich wünsche mir das Glück einer Schwangerschaft. Einer Geburt. Eines Babys. Eines Kindes.

Deutschland, gib mehr Acht auf deine Kinder.

Quelle: pixabay.de

Ich wünsche mir Geschwister für meine Tochter. Noch mehr Enkel für meine Eltern. Neffen und Nichten für meine Geschwister. Ich wünsche mir noch mehr Kinder.

Ich wünsche mir aber auch, dass ich keine Angst haben muss. Angst vor einer Schwangerschaft oder/ und einer Geburt.

In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich nie Angst. Keine Angst vor der Geburt. Warum? Weil ich betreut und umsorgt worden bin von Fachpersonal. Von Hebammen. Meine Vor- und Nachsorge Hebamme A. stand mit zur Seite. Sie erklärter mir ausführlich alle mein Fragen. Sie verunsicherte mich nie. Ganz im Gegenteil sie nahm mir jeder Zeit meine Unsicherheit ab. Sie bestärkte mich und stärkte uns als Paar. Sie gab mir Mut. Sie zeigte mir die Natürlichkeit von Schwangerschaft, Geburt – von Stillen, von Tragen, von Geborgenheit, von Familienbett. Hinter ihr steht ein ganzes Team an Hebammen. Meine Hebamme arbeitet nämlich auch in einem Geburtshaus. Dort habe ich einen Geburtsvorbereitungskurs belegt, Schwangerschaftsyoga und -sport gemacht. Hatte Vorsorgen dort und wurde mit den Örtlichkeiten in denen ich mein Kind zu Welt gebären wollte, vertraut. Ich wurde mit den Hebammen vertraut. Ich konnte mich wohl- und in Sicherheit fühlen.

Carli ist zwar nicht im Geburtshaus geboren. Aber auch in dem Krankenhaus, in dem ich einige Tage verbringen durfte, bis sie sich auf den Weg gemacht hat, waren es die Hebammen, die mich aufgeklärt und aufgenommen haben. Und es war die eine Hebamme J., die mich bei der Geburt von Carli begleitet hat. Es war diese Hebamme, die mir Mut machte. Die zu mir sagte: „Das hat Spaß gemacht mit Ihnen. Weiter so!“

Es war meine Hebamme A., die mich im Wochenbett besucht hat. Die uns als Familie willkommen geheißen hat. Die uns die ersten Tage und auch Wochen begleitet hat. Und sie ist noch heute unersetzlich für mich.

Deshalb wünsche ich mir, dass ich auch in einer weiteren Schwangerschaft die Unterstützung von Hebammen in Anspruch nehmen darf.

Mutterseelesonnig ruft mit der Blogparade #Muttertagswunsch dazu auf, unsere gesellschaftspolitischen Wünsche zum Muttertag aufzuschreiben. Und mein Wunsch ist eigentlich nur, dass die Zukunft der Hebammen gesichert bleibt. Und zwar zu humanen Konditionen.

Deutschland braucht seine Hebammen

Mein Wunsch zum Muttertag, zum Geburtstag, zu Weihnachten – mein Wunsch für mein Leben und das meiner Tochter ist, dass die Hebammen als Beruf nicht aussterben. Und ihn weiterhin ohne Einschränkungen ausüben dürfen und können.

Ich wünsche mir, eine freie Wahl der Geburtsorte für mich, meine Tochter und alle Frauen dieser Welt.

Ich wünsche mir freiberufliche Hebammen für die sich eine außerklinische Geburtshilfe noch finanziell trägt.

Ich wünsche mir eine Hebammen betreute Schwangerschaft für alle Frauen.

Ich wünsche mir eine bundesweite Politik, die die Hebammenproblematik im Sinne ihrer Bürger, ihrer Familien, ihrer Kinder angeht.

Ich wünsche mir Krankenkassen, die nicht nur auf Profit sondern auch auf Gesundheit achten.

Ich wünsche mir eine Geburtshilfe, die statt zu pathologisieren die Frau hinter der Patientin sieht.

Ich wünsche mir für alle Frauen einen 1:1 Betreuung durch Hebammen während der Geburt.

Ich wünsche mir eine Geburtshilfe, die den Frauen Mut macht anstatt sie zu verunsichern.

Ich wünsche mir eine Bundesregierung, die sich um ihre Kinder kümmert.

Ich wünsche mir eine Bundesregierung, die sich um ihre Familien kümmert.

Ich wünsche mir eine Bundesregierung, die sich um ihre Hebammen kümmert.

Ich wünsche mir mehr Augen und Ohren für Hebammen. Ich wünsche mir mehr Hände und Arme, die die Hebammen unterstützen. Ich wünsche mir mehr Beine und Füße, die die Hebammen auf ihrem Weg begleiten und mit ihnen ihre Ziele erreichen.

Ich wünsche mir einen Bundesgesundheitsminster, der die Haftpflichtproblematik der Hebammen angeht anstatt sie auszusitzen.

Ich wünsche mir, dass ich nicht jetzt schon Angst davor haben muss nicht mehr selbst bestimmt gebären zu dürfen. Ich wünsche entscheiden zu dürfen, ob ich meine Kinder im Geburtshaus, Zuhause oder im Krankenhaus gebären darf. Ich wünsche mir, an allen drei Orten eine optimale Betreuung erfahren dürfen. Ich wünsche mir, nach der Geburt eine erfahrene Hebamme an meiner Seite wissen, die mir mit Rat und Tat bei Seite steht, die ich jederzeit anrufen kann, wenn es meinem Baby oder mir nicht gut geht.

„Ich brauche nichts- rein gar nichts, wenn meine Wünsche und Rechte genau an dem Punkt unbeachtet bleiben und beschnitten werden, an dem ich im Begriff bin MUTTER zu werden – bei der GEBURT und während der SCHWANGERSCHAFT!!!*

Und Hermann Gröhe, können Sie meine Wünsche erfüllen? Sind Sie überhaupt daran interessiert? Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie diese Thematik herzlich wenig interessiert. Trotzdem hoffe ich inständig, dass meine Wünsche erhört werden, wenn nicht von Ihnen, dann eben von einem oder einer engagierten Abgeordneten, der das Wohl einer werdenden Mutter wirklich am Herzen liegt!“

Auszug aus den #Muttertagswünschen von Motherbirth

Eigentlich wünsche ich mir das alles gar nicht. Eigentlich erwarte ich es. Ich erwarte von Ihnen Herr Gröhe, dass sie aktiv werden und sich der Problematik tatsächlich annehmen. Frau Schwesig, als Familienminsterin ist es ihre Aufgabe, ihr Beruf sich um die Familien in Deutschland zu kümmern. Ich erwarte einfach von Ihnen allen, dass sie die Ärmel hochkrempeln und eine Lösung finden. Eine Lösung, die nicht von Profit und Kapitalismus gesteuert ist, sondern für ihre Bürger, Familie, Hebammen, Mütter, Väter und Kinder das Beste will.

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Und alle, die nicht länger warten wollen und selbst aktiv werden möchten, können sich bei dem Verein Mother Hood  eingehend über Möglichkeiten informieren.

„Ein Kind zu bekommen gehört für viele Eltern zur schönsten Erfahrung im Leben. Doch die Bedingungen rund um Schwangerschaft und Geburt verschlechtern sich zunehmend.

Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und große Lücken in der Hebammenversorgung gefährden die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen.

Eltern wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen und haben im März 2015 Mother Hood e.V. gegründet. Der Verein setzt sich für eine bessere Versorgung von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr ein.“ Quelle: http://www.mother-hood.de/

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2 Kommentare zu „#Muttertagswunsch.

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