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Referendariat – Gespräch zum Ausbildungsstand

Das Gespräch zum Ausbildungstand im Referendariat für Lehramt findet ca. nach der Hälfte der Ausbildung statt. Im Idealfall hat man zumindest einen Gemeinsamen Unterrichtsbesuch (GUB) absolviert.

Quelle: https://pixabay.com/

Ziel des Ausbildungsstandsgesprächs

Ziel des Ausbildungsstandgesprächs ist es dem Referendar eine detaillierte Rückmeldung über seine/ihre Ausbildung zum „jetzigen“ Stand zu geben. Die Rückmeldung soll möglichst wertfrei erfolgen. Es ist aber möglich am Ende des Gesprächs eine Notentendenz zu erfahren. In manchen Seminaren wird diese Tendenz auch Vornote genannt. Generell sollte es aber so sein, dass die Ausbildung bis zum Ende unbenotet bleibt. Warum auch immer.

Das Gespräch zum Ausbildungsstand ist in der APVO festgelegt und muss somit stattfinden.

Es geht inhaltlich zum einen um die Unterrichtsbesuche und deren Auswertung, aber auch die Mitarbeit im Fachseminar wird berücksichtig. Das war mir zum Beispiel bis dato auch nicht bewusst. Man sollte die Fachseminare also nicht nur auf die leichte Schulter nehmen sondern sich auch aktiv beteiligen. Letztendlich ist es auch logisch, denn der Ausbilder macht sich ein Bild von dem Referendar und das natürlich auch maßgeblich im Seminar.

Anwesend sind beide Fachleiter und der pädagogische Betreuer, sowie der Referendar selbst. In meinem Teilzeitmodell waren tatsächlich auch alle drei anwesend, obwohl meine zweite Fachleiterin mich noch gar nicht wirklich kennt. Sie wollte sich einfach einen Eindruck machen und letztendlich fand ich es auch ganz nett, dass sie sich die Mühe gemacht hat, extra zu kommen.

In anderen Seminaren gibt es generell zwei getrennte Gespräche mit den jeweiligen Seminarleitern. Genauso wie es auch unterschiedliche Präferenzen zum Inhalt gibt. Manche wünschen sich eine Rückmeldung über die persönliche Verortung in der Schule, über den Kontakt mit Kollegen und Schülerinnen und Schülern (SuS). Manchmal ist auch Platz Probleme anzusprechen. Hier wäre ich aber generell vorsichtig und würde auf solche Aspekte wirklich nur eingehen, wenn es ausdrücklich erwünscht ist. Spricht man solche Probleme an, kann es schnell den Eindruck verfälschen und letztendlich ist man ja immer noch in einem Abhängigkeitsverhältnis. Ich würde solche Punkte immer eher mit Kollegen als mit Fachleitern oder pädagogischen Betreuern besprechen.

Ablauf des Ausbildungsstandsgesprächs

Der Ablauf des Gesprächs variiert mit Sicherheit von Seminar zu Seminar. Generell sollte aber der Referendar / die Referendarin Raum bekommen, ihren Ausbildungsstand selbst zu reflektieren. An manchen Standorten bekommen die Referendare vorab einen Feedbackbogen und beantworten Fragen zu Kompetenzen, Methodik und/oder Stärken und Schwächen, den die Fachleiter und Pädagogen auswerten und sich im Gespräch darauf beziehen. Andere Seminare handhaben es freier und man kommt miteinander ins Gespräch. Oder es gibt eine Art rituellen Ablauf – so wie bei uns. Zuerst reflektiert der Referendar seine Ausbildung, dann schließen die Fachleiter an und der pädagogische Betreuer beendet das Gespräch. Es wird ein Protokoll geführt, dass der Referendar am Ende des Gesprächs erhält und sich so auf das Gespräch konzentrieren kann ohne selbst Notizen anfertigen zu müssen.

Meine Vorbereitungen

Ehrlich gesagt war ich mir gar nicht so sicher, was in dem Ausbildungsstandgespräch auf mich zu kommt. Und bin vorher doch nervös gewesen, ob meine Notizen ausreichend reflektiert wären. In meinen Vorüberlegungen bin ich von folgenden Kategorien ausgegangen, die auch meinen Unterricht strukturieren:

Planung – positiv / negativ

Durchführung – positiv / negativ

Reflexion – positiv / negativ

Dann habe ich meine Unterlagen der vergangenen Unterrichtsbesuche durchgearbeitet und das Feedback des Fachleiters, der Pädagogin und auch des Schulleiters auf die oben genannten Kategorien übertragen. Ich habe versucht ein Gleichgewicht zwischen positivem und negativem Feedback einzuhalten, denn es ist immer wichtig seine Stärken auch benennen zu können. Der Vorteil einer differenzierten Reflexion ist aber auch, dass man den Fachleitern ein wenig die Luft aus den Segeln nimmt. Indem man selbst Schwachpunkte differenziert ausführt, macht man sich natürlich weniger angreifbar. Mein Vorteil war sicherlich, dass ich mich nur auf ein Fach konzentrieren musste. Durch das Referendariat in Teilzeit unterrichte ich aktuell ja nur ein Fach und kann deshalb auch nur über den Ausbildungsstand dieses einen Faches reflektieren. Das hat mir persönlich die Strukturierung des Gesprächs erleichtert. Generell würde ich aber jedem empfehlen, die Fächer getrennt zu besprechen und am Ende möglicherweise noch verbindende Aspekte hervorzu heben.

Referendariat Ausbildungsstandgespräch
Meine Notizen für die Reflexion im Ausbildungsstandgespräch

Hier auch als Download: Gespräch zum Ausbildungsstand – Notizen

Gespräch zum Ausbildungsstand – meine Rückmeldung und Notentendenz

Die Rückmeldung meines Fachleiters war durchweg positiv. Er hat sich in seiner Ausführung häufig auf meine Punkte bezogen und mir gespiegelt, dass ich auf einem sehr guten Weg bin. Sein Feedback basierte aber – so war jedenfalls mein Eindruck – sehr auf dem Gemeinsamen Unterrichtsbesuch, der zeitlich gesehen der letzte UB vor dem Gespräch gewesen ist. Mit Sicherheit ist es ratsam bei einem nicht so guten Unterrichtsbesuch noch einen weitere anzusetzen, sollte das Ausbildungsstandsgespräch vor der Tür stehen. Der letzte Eindruck ist der frischeste – auch bei solchen offiziellen Gesprächen.

Rückmeldung des Fachleiters

  • Mut und Experimentierfreude
  • methodisch-didaktische aktuelle und innovative Konzepte
  • sehr sinnvolle und reflektiere Raumnutzung
  • fundierte und transparente Zugänge, Übungen und sinnvoller Input
  • hohes Anspruchsniveau
  • erkennbare Rück- und Querbezüge in Einzelstunden und Unterrichtszusammenhang
  • fachliche Kompetenz
  • breite Aktivierung der SuS
  • routinierte, aber noch optimierbare Reflexion
  • engagierte Mitarbeit im Seminar

 

Meine pädagogische Betreuerin hat sich auf einige meiner selbst genannten Kritikpunkte bezogen und diese dann nicht weiter ausgeführt. Das war angenehm – wie ich oben schon beschrieben habe, da ich so nicht viel neue Kritik „einstecken“ musste.

Rückmeldung der pädagogischen Betreuerin

  • Professionelle Art der Moderation
  • Freundlich, klar, sensibel, (und zwei Wörter die ich einfach nicht entziffern kann)
  • sinnvolle Konzepte
  • Reflexion: offen und nachdenklich – sehr selbstkritisch
  • Optimierung: Sicherung und Reflexion
  • Positive Zwischenbilanz

Als Notentendenz habe ich eine 1 bekommen. Für das eine Fach natürlich nur. Das ist auch gut so, denn mit meinem zweiten Fach werde ich unter Garantie mehr Probleme bekommen, da mir dort einfach Erfahrung fehlt. Mein Ziel ist es also, diese Note bestmöglich zu halten, um eine schlechtere zweite Note gegebenenfalls ausgleichen zu können.

Fazit:

Letztendlich ist der Tenor gewesen, dass ich manchmal zu kritisch mit mir bin. Das kann ich ehrlich gesagt weniger nachvollziehen, aber gleichzeitig auch bestätigen. Denn ich bin bewusst selbstkritisch. Zum einen, weil ich mich ja verbessern möchte und deshalb nicht davon ausgehen darf, dass mein Unterricht perfekt ist. Zum anderen, weil es ja erwartet wird, Schwachstellen zu benennen und ich mich schlecht dahin stellen kann und voller Überzeugung meinen Unterricht als super gut reflektieren darf. Ich werde vielleicht versuchen das nächste Mal in einem Nachgespräch nicht alle Schwachstellen aufzuführen, sehe es aber eigentlich als meine große Stärke an, dass ich ein Bewusstsein für alle Baustellen – seien sie noch so klein – habe.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass das Gespräch zum Ausbildungsstand sehr nett gewesen ist. Die Atmosphäre war sehr locker: Es gab Kaffee, Wasser und Haribo (hab ich natürlich nichts runter bekommen) und alle Beteiligten sind sehr, sehr wohlwollend gewesen. Das kann natürlich auch mit meiner sehr guten Notentendenz zusammenhängen und ist bei schlechteren Ergebnissen mit Sicherheit von einer anderen Stimmung durchdrungen.

 

Wenn ihr andere Erfahrungen im Ausbildungsstandgespräch gemacht habt oder meine Eindrücke teilt, freue ich mich sehr über eine Rückmeldung!

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4 Kommentare zu „Referendariat – Gespräch zum Ausbildungsstand

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