familienzuschlag · Randnotizen

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – #wmdegdgT im April

Der Tag beginnt um 8:00 Uhr mit einem hustenden Kind. Die Nacht war semi schön, denn sie musste (mal wieder) vom Husten erbrechen. Wir haben gestern schon einen Kinderarzttermin für heute gemacht. Denn ich möchte, dass das abgeklärt wird. Ich mache mir Sorgen, weil sie im Prinzip seit Ende Januar dauernd erkältet ist.

Wir warten ab 8:30 Uhr auf einen Freund, der noch Kostüme abholen will. Die Kleider haben wir seit 10 Monaten vergessen zurück zu bringen und sie werden für ein anderes Projekt benötigt. Sein Bus hat Verspätung und er kommt erst gegen 9:00 Uhr. Das ist nicht so wild,  denn so können Carli und ich noch in Ruhe frühstücken. T. bleibt dann fast eine Stunde, hat eine Menge zu erzählen. Er und Carlis Babysitterin haben nämlich am Samstag ein Festival gewonnen. Ich bin ganz stolz auf die beiden, die nämlich auch bei mir studiert haben.

Wir trödeln dann bis 10:30 Uhr noch im Wohnzimmer rum. Ich packe unsere Sachen, nehme Carli in den Ring Sling und den Maxi Cosi in die Hand und laufe mit ihr zum Auto. Natürlich muss ich noch tanken. Und mir fällt auf, dass ich heute das erste Mal mit Carli alleine tanke. Da stellt sich die Frage: Kind im Auto zum Bezahlen oder warten lassen? Wie macht ihr das?

Wir sind um 11:15 Uhr dann beim Kinderarzt. Die Praxis ist weiter weg, aber für eine gute Behandlung meines Kindes fahre ich gerne.

Carli spielt noch im Wartezimmer, aber wir kommen recht schnell dran. Die Ärztin untersucht Carli gründlich und erklärt mir dann, dass die lange Erkältungsphase ihre Bronchen und ihr rechte Mittelohr sehr belastet haben. Ihre Bronchen haben immer wieder Phasen von obstruktiver Bronchitis, sie habe asthmatische Tendenzen. Das müsse jetzt wirklich mal weg gehen. Deshalb soll Carli nun 3 Wochen lang mit Cortison inhalieren. Wegen des Mittelohrs sollen wir zum HNO um den chronischen Paukenerguss untersuchen zu lassen. Die lange Zeitspanne in der Carli durch die ständige Belastung erkältet ist, könnte sonst schlimmstenfalls ihre Sprachentwicklung verzögern.

Ich verlasse um 12:10 Uhr mit einem Haufen Rezepte, einer Überweisung und einer Krankmeldung für den Arbeitgeber die Praxis. Ich setze Carli ins Auto und ich muss ein bisschen weinen. Asthma, Röhrchen, Cortison, chronischer Paukenerguss sind einfach Begriffe, die ich nicht so gut verkrafte. Ich mache mir Sorgen. Die Ärztin ist zwar optimistisch und sagt, im Sommer ist das weg. Es verwächst sich auch. Die Kita belastet Carlis Immunsystem. Aber, ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen. Denn Carli geht ja nur in die Kita, weil ich arbeite. Das ist natürlich eine Gewissensfalle in die man da rein tappt, aber ich zweifle schon an meinen Entscheidungen.

Carli ist müde, aber als wir um 12:40 Uhr wieder zurück sind, nehme ich sie noch schnell in den Ring Sling und gehe zur Apotheke. Ich möchte gerne alle Medikamente und den Vortex Inhaltor holen für den Fall, dass noch etwas bestellt werden muss. Es ist aber alles vorrätig und ich verlasse die Apotheke mit einer großen Tüte Medikamente und zwei Fruchtriegeln. Einer ist schon in der Apotheke zur Hälfte vernichtet worden. Dann gehe ich noch schnell auf den Markt und kaufe ein paar Kleinigkeiten ein. Unter anderem Oliven. Für Carli. Sie liebt Oliven. Momentan ihr absolutes Lieblingsessen.

Um 13:15 Uhr schläft Carli dann tief und fest. Sie ist erschöpft von dem langen Vormittag, ihrer Erkältung und der Nacht. Und ich bin es auch. Aber ich lege mich nicht dazu. Denn ich bin viel zu aufgewühlt. Ich mache zunächst einen Termin beim HNO. Leider erst Anfang Mai. Für mich erscheint unsere Situation so akut, dass ich nicht verstehe, warum wir 4 Wochen warten müssen. Aber so denken sicherlich alle Patienten. Und Mütter sowieso. Vielleicht rufe ich morgen doch nochmal an und erbitte einen früheren Termin. Ich weiß es nicht. Noch nicht.

Dann koche ich Nudeln mit Tomatensoße. Ich telefoniere mit dem Herzenskerl. Schreibe meiner Mama eine Nachricht. Leider muss sie arbeiten, denn ich würde gerne auch mit ihr telefonieren. Mittlerweile ist es 14:50 Uhr und mein Mädchen macht sich über die Sprechanlage bemerkbar. Ich gehe also zu ihr und wir essen jetzt erst mal Mittag.

Um 15:30 Uhr klingelt es: Unsere wöchentliche Gemüsekiste wird geliefert. Produkte aus dem Umland, regional, saisonal. Wir bestellen immer noch ein halbes Brot und 6 Eier. Das kann ich jedem nur empfehlen! Schaut mal, ob es bei euch in der Umgebung auch so ein Angebot gibt.

Dann will ich mit Carli inhalieren und mache erst Mal das Ding kaputt. Der Aufsatz bleibt im Deckel stecken. Toll. Ich bekomme ihn nicht wieder raus. Bin echt eine tolle Mutter. (*eine Runde Selbstmitleid*)…


15:41 Uhr Ich habe den Inhaltor repariert. Oder anders gesagt: Ich habe das Prinzip verstanden wie man den Aufsatz aus dem Deckel befreit. Upsi.

 16:12 Uhr Ich liege auf dem Boden, Carli räumt meine Schultasche aus und füttert mich mit Stiften. Ich bin erschöpft, müde und traurig. Überlege, ob ich uns nochmal an die frische Luft bewege. Denke darüber nach, dass ich Donnerstag mein Ausbildungsstandsgespräch habe und dann meine Notentendenz erfahre. Eigentlich müsste ich mich darauf vorbereiten. Aber ich finde keine Energie oder Motivation. Ich denke an Ferien und lache mich innerlich aus.

Ich kratze einen Rest Vernunft und ein Tröpfchen Energie aus mir heraus, ziehe Kind und mich an und gehe nochmal auf einen Spielplatz mit ihr. Wir treffen Freunde und Carli spielt ein bisschen im Sand und läuft mit ihrem Eimer über den Spielplatz.

Mein Hustimädchen doch noch mal gelüftet. Spielplätze sind ja als Mami auch der #placetobe 😄 by @familienzuschlag

Mein Hals fängt an zu brennen. Ich ahnte es heute morgen ja bereits: Ich werde wohl auch krank. Aber dafür hab ich wirklich keine Zeit. Morgen ist Seminar und Dienstbesprechung. Da muss ich hin. C’est la vie. Mittlerweile ist es 18:00 Uhr. Noch ca fünfzehn Minuten, dann kommt der Herzenskerl von der Arbeit. Ich freu mich schon.

18:30 Uhr kein Mann in Sicht. Es regnet wie in Strömen und er hat sich unterstellen müssen.

Er kommt gegen viertel vor sieben. Ist ziemlich nass. Aber zuhause. Wir essen zu abend und dann ruft meine Mama an. Ich muss natürlich weinen. Sie beruhigt mich. Spricht ihre Bedenken zu den Röhrchen aus und sagt, lieber Polypen raus. Das sei schonender. Wir warten jetzt erst mal ab und inhalieren fleißig. Ich bete, dass es sich von alleine gibt. Natürlich muss sie dann auch noch anmerken, dass unser Leben einfacher wäre, wenn wir bei ihnen in der Nähe wohnen würden. Tun wir aber nicht. Und mein Referendariat könnte ich dort auch nicht machen, da es mein Fach dort im Studienseminar nicht gibt. Also in diesem Bundesland. Aber natürlich hat sie recht. Wir reden noch kurz darüber, dass ich mich ärgere, dass ich bald in Vollzeit arbeiten werde. Das ich die Entscheidung jetzt bereue und Angst habe, Carli gar nicht mehr gerecht zu werden. Aber es gibt jetzt kein zurück mehr. Ich würde sie momentan am liebsten aus der Kita nehmen und zuhause bleiben. Wirklich. Ich hoffe, diese depressive Verstimmung und die Zweifel legen sich wieder. Sonst weiß ich wirklich nicht. Es ist jetzt 19:47 Uhr und die Woche ist definitiv jetzt schon für mich gelaufen. Ich telefoniere noch mit einer Freundin. Carli möchte nicht schlafen – mal sehen um wie viel Uhr sie einsieht, dass Schlaf die beste Medizin ist 😉

Den restlichen Abend werde ich auf meinem Sofa verbringen. Oder im Bett bei Carli. Aber der Tag war aufregend genug.

Diesen Tag musste ich heute mal verbloggen. Denn er ist symptomatisch für unsere Momentane Alltagsroutine. Es gibt nämlich keine. 😉 Mehr Tagebuchbloggin gibt es bei Frau Brüllen.

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10 Kommentare zu „Husten, Schnupfen, Heiserkeit – #wmdegdgT im April

  1. Ich weiß, das tröstet nicht doll: aber Carli ist auch deswegen in der Kita, weil ihr Vater arbeitet. Was auch immer es für Gründe dafür gibt. Aber du bist nicht alleine für ihre Betreuung verantwortlich!
    Und davon abgesehen hätte sie es sonst eben nach der Einschulung. Man kommt um diesen Immunsystem-Clash nicht herum. Es wird wirklich bald besser, halte durch!

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    1. Ja, das stimmt schon. Nur könnte er finanziell gesehen nicht zuhause bleiben. Aber egal wie: Sie geht ja gerne in die Kita und ich mache mir trotzdem Sorgen. Ganz wie Mamas das wohl machen. Und ich hoffe einfach, dass sie den Immunsystem-Clash unbeschadet übersteht.
      Danke für deine Worte. Das hilft sehr.

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  2. Die Kinder haben diese Krankheitsphase so gut wie immer, wenn sie in die Kita kommen: Egal wie alt! Somit wäre es nur rausgeschoben und hat nix mit eurer akuten Situation zu tun. Wir haben jetzt nach sieben Monaten Kita die erste Woche, wo es überhaupt so aussieht, dass die Kleinen halbwegs beschwerdefrei sind.

    Das schlechte Gewissen kenne ich, aber es ist hier sehr viel leiser geworden, seit die Kinder ihre Freude darüber in die Kita zu können, ausgedrückt haben. Geht Carli gerne hin? Wenn ja, hör auf dich dafür schlecht zu machen, dass sie überhaupt hingeht. Wenn sie es mag, ist das für sie genauso Teil ihres Tages, wie für dich die Arbeit. (Die wir meist wohl nicht ganz so klasse finden, wie die Kinder ihre Spieleinrichtung 😉 )

    Die Familie etwas weiter weg haben wir auch. Ja, manchmal wäre es so viel einfacher, wenn wir wie meine Schwester noch gleich neben an wohnen würden. Es hatte aber einen Grund, dass wir weggezogen sind. Man kann leider nicht immer alles haben.

    Ich wünsch der Kleinen gute Besserung und dir viel Erfolg für die kommenden Prüfungstage/Besprechungen. Das wird alles wieder.

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    1. 7 Monate und 1 Woche erst Beschwerde frei? Das beruhigt mich ja 😀 Ich bilde mir immer ein, nur bei uns ist das so. Ist natürlich Quatsch – die Kinder, die mit Carli eingewöhnt werden, sind auch oft krank. Aber das schlechte Gewissen in mir Überspitzt natürlich Alles und übertreibt.
      Ja, sie geht gerne hin und hat Freude dort. Ich glaube auch, nur mit mir alleine zuhause würde sie nicht auslasten. Aber sie wäre eben nicht krank und auch nicht evtl. irgendwas chronisches. Aber gut. Ich bin heute auch wieder optimstischer.

      Und so eine Familie in der Nähe ist echt nicht zu verachten. Das kann, denke ich, eine wirkliche Entlastung sein. Aber gut, haben wir nicht und werden wir so schnell auch nicht bekommen.
      Danke für deine Worte!!!

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  3. Ich kann dich absolut verstehen. Unser Kind ist auch seit November krank mit Husten. Es ist ja auch so, dass die Kita stresst, egal wie gut die Betreuung ist. Dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, das Stresshormon unterdrückt auch das Immunsystem. Ich würde auch gerne die Minimaus „rausnehmen“, aber nicht arbeiten geht auch nicht und eine Betreuung zuhause (durch Kinderfrau oder so) ist finanziell nicht leistbar. Der Papa hier findet das alles nicht so schlimm … ich aber schon. *seufz* Keine Ahnung, wie man die wirklichen Bedürfnisse der Kinder und Arbeit vereinbaren soll. Wir haben jedenfalls zwei Familienkinder, die die Kita auch nur als notwendiges Übel sehen (weil die Eltern sie eben hinbringen wollen).

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    1. Wurde euch auch schon nahe gelegt, dass der Husten sonst zu einem Asthma o.ä. werden könnte? Oder ist der KiA noch „lockerer“?
      Ja, wir können uns auch nicht mehr leisten und werden evtl. trotzdem noch auf unsere Babysitterin zurück greifen müssen, wenn die Krankheitsphasen hier so weiter gehen. Aber ich finde es auch einfach „schlimm“, wenn sie dauernd krank ist. Ehrlich gesagt dachte ich mit der Kita wird alles einfacher und besser planbar und ich habe auch mal Zeit für mich. Stimmt aber nicht. Mit Babysitterin war es tatsächlich am entspannesten. Ich hoffe, es pendelt sich jetzt über den Sommer ein.

      Ich denke übringens, dass ein Bedürfnis des Kindes auch ist mit anderen Kindern zusammen zu sein. Aber natürlich ist erkältet und Kita keine tolle Kombination und wie du schon sagst, ist der Stress auch nicht förderlich. Ich glaube, man kann es als Mama in dieser Hinsicht nur falsch machen. Das schlechte Gewissen wird sozusagen mit geboren.

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      1. wir werden jetzt wohl mal ein drittes Mal zum Arzt gehen… Mit anderen Kindern zusammen sein wollen die Kinder (meine zumindest) am liebsten in Anwesenheit der Eltern. Bei Spielgruppen, Besuchen bei Bekannten und Freunden, mit Cousinen etc… Aber wie soll man so arbeiten? schwierig…

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  4. Ach Süße … Zweifelst du wirklich an deiner Entscheidung arbeiten zu gehen? So schlimm? Ich würde dich am liebsten in die Arme nehmen. Ob du es glaubst oder nicht, ich hatte ebenso Zweifel, als NotYet in den Kindergarten kam und das erste gesamte Jahr fast durchgehend schwer krank war. Er Hat alles angeschleppt, was ging. Und die arme BusyBee hat vom 9. Lebensnah an immer die volle Breitseite der Viren abbekommen. Nicht schön. Die erste Kehlkopfentzündung mit 3 Wochen war wirklich kein Spaß. Ich fragte mich, warum ich mir das antat. NotYet musste nicht in den Kindergarten – ich war ja zu Hause. Da war ich manchmal sehr zerrissen. Auch als BusyBee mit 3 Monaten die Hand-Mund-Fuß-Krankheit hatte – die Hölle…. Ein einziges elendes Krankenlager -1 Jahr lang, durchgehend. Jetzt im zweiten Jahr ist es besser, aber das erste Jahr hat mich emotional und körperlich an meine Grenzen gebracht :-/

    Liebe Grüße
    Mother Birth

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    1. Naja, im Prinzip zweifel ich nicht am Arbeiten an sich. Für mich als Mensch ist das schon wichtig. Aber sobald es auf Kosten meines Kindes geht, möchte ich das natürlich nicht! Wenn sie wirklich bleibende Schäden davon trägt (klingt so dramatisch, mein ich aber nicht so), dann wäre das für mich schon sehr, sehr schlimm. Hinzu kommt natürlich auch diese ständige Zerrissenheit: Ich bin einfach nicht 100% in meinem Job. Vielleicht muss ich das auch nicht aber erfüllend ist dann auch etwas anderes. Von Typ her bin ich eigentlich jemand, der immer alles gibt. Ganz oder gar nicht. Und mit Kind sieht das jetzt einfach anders aus. Da muss ich mich noch an mich selbst gewöhnen und 5 gerade sein lassen.

      Für BusyBee war das sicherlich auch ein anstrengendes 1 Jahr. Mensch 😦 Aber sieh es mal so: Ihr seid durch. Wenn sie in den Kindergarten kommt, haut sie nichts mehr um!!!

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