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Weniger ist manchmal mehr. Traumreise – Thailand oder Mallorca

Carli und ich sind wieder zurück von unserer Reise. Es war einfach wunderschön. Passenderweise ruft die bunte Christine gerade zu einer Blogparade zum Thema Traumreise auf und fragt, was muss eine Reise haben, um Traumreisepotenzial zu haben?

Definitiv Fernreisen: Thailand!

Bisher hätte ich auf die Frage, was war deine bisherige Traumreise immer geantwortet, die beiden Urlaube, die wir in Thailand verbracht haben. Wir waren 2012 das erste Mal dort und es war so schön, dass wir 2014 nochmal hingeflogen sind. Beide Aufenthalte unterschieden sich jedoch. 2012 waren der Herzenskerl und ich als richtige Backpacker in Thailand unterwegs: Wir sind Nachtzug gefahren, haben die Fullmoon Party besucht und einige Erlebnisse dort gehabt, waren Tauchen und sind immer und immer weiter gezogen, um das Land und die Menschen kennenzulernen.

Eigentlich sollte 2014 ganz ähnlich werden – dann war ich aber schwanger. Wir sind trotzdem nach Thailand geflogen, haben uns aber den ein oder anderen Luxus erlaubt. Wir sind zum Beispiel von Bangkok mit dem Flugzeug in den Süden gereist statt 14h mit dem Zug zu fahren. Ich wollte zwar gerne den Holzblockhütten-Ventilator-Charme weiterhin beibehalten, aber nach einer Woche musste ich dann doch einsehen, dass mein Körper eine Klimaanlage braucht und ich nicht ständig in ein Seven Eleven rennen kann um mich dort abzukühlen. Also sind wir in teureren Anlagen untergekommen. Party haben wir auch nicht gemacht, es war viel mehr ein Babymoon. Und auch wunderschön. Wir sind sehr viel mit dem Roller über die Inseln gefahren und haben ganz in Ruhe Strände besichtigt. Ein wenig mehr romantisches Beisammensein als Action-Urlaub.

Wunsch-Traumreise: Weltreise

Wir planen ja, dass wir nach meinem Referendariat für mind. 3 Monate eine Langzeit-Fernreise machen. Eine richtige Weltreise wird es wohl nicht, da es uns nicht auf jeden Kontinent zieht und es auch ein finanzieller Aspekt ist. Aber ich würde gerne nochmal nach Australien und dann auch nach Neuseeland. Der Herzenskerl favorisiert Südamerika. Wir werden uns also eine Route überlegen um so viele Ziele wie möglich zu kombinieren.

Zudem werde ich mich informieren inwiefern ich als Lehrkraft im Ausland eine Stelle finden könnte. Und ob das noch eine Option wäre für unsere Minifamilie, um noch mal eine Weile woanders zu leben.

Fest steht nur: Wir machen das. Mindestens 3 Monate. Und wenn es „nur“ Südamerika wird, dann bin ich auch schon glücklich.

Das Ziel ist nicht so wichtig.

Jetzt würde ich die Frage anders beantworten: Meine Traumreise habe ich gerade mit meiner Tochter gehabt. Wir sind eine Woche zusammen mit meiner Schwester und ihrem Freund nach Mallorca gefolgen.

Meer! Endlich angekommen. Wir haben ein wunderschönes Apartment mit Balkon und Dachterrasse 😍 wenn die Sonne noch ein bisschen mehr zum Vorschein kommt, dann ist es perfekt. by @familienzuschlag


Ausblick von der Dachterrasse 😍 by @familienzuschlag

Das Urlaubsziel: Mallorca, Cala Pi.

Weder besonders aufregend, noch exotisch, noch toll gelegen. Cala Pi ist ein kleiner Ort auf Mallorca, der ca. 30 Kilometer von Palma entfernt ist und den man ohne Auto fast kaum verlassen kann. Es gibt hier eine schöne Strandbucht, die man erreicht nachdem man gefühlte 300 Treppen runter gegangen ist (und später wieder hoch), Felsklippen, mit wahnsinniger Aussicht auf das Meer. Wichtig für uns waren noch folgende zwei Anlaufstellen: Supermarkt und Spielplatz.


Meer! #urlaub #nofilter #schönhier by @familienzuschlag

–> Da wir mit meiner Schwester und ihrem Freund verreist sind und die beiden klettern gewesen sind, hatten wir ein Auto. Da die Klettergebiete eher nördlich von Palma liegen, sind die beiden jeden Tag für 6-8h unterwegs gewesen.

Bis auf einen Ausflug nach Palma und einen Ausflug ins wunderschöne Sóller mit Wanderung sind Carli und ich aber in Cala Pi geblieben.

Zeit, Wärme, Ruhe.

Warum aber war dieser vermeintlich unspektakuläre Urlaub nun eine Traumreise für mich?

Weil ich diese Auszeit so brauchte. Nach all den Wochen der Krankheit und vielen Arbeit, der Sorgen, des schlechten Gewissens, brauchte ich genau dieses unspektakuläre. Und noch viel mehr: Ich brauchte die 7 Tage mit meinem Kind. Die ich in Ruhe mit ihr erleben konnte. Die zu 100% nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet wurden. Diese Tage an denen es in Ordnung ist zwei Mal zum Spielplatz zu gehen oder 3 Stunden mit 4 Förmchen im Sand zu spielen. Ohne Termine. Ohne Anrufe. Ohne Druck. Ohne Gewissen. Ohne Mitmenschen, die ihre Bedürfnisse bei uns geltend machen. Einfach nur wir zwei.

Wir haben zusammen gebadet.

Wir haben zusammen am Strand gesessen.

Wir sind alle Treppen in Cala Pi hoch gekrabbelt. Auch mehrfach.

Wir haben geschaukelt.

Wir sind gerutscht.

Wir haben ein Eis gegessen trotz Keine-Industriezucker-Ernährungsvorsätze.

Wir haben gestillt. Am Strand. Am Meer. Auf der Dachterrasse. Auf dem Balkon. Im Bett. Im Auto. Auf dem Sofa. In der Trage. Beim Wandern. Immer, wann sie es wollte. Denn ich bin ja da gewesen.

Wir sind einfach zusammen gewesen. Rund um die Uhr. Und es war so nötig. Und es war so schön.

Ich habe mit ihr Laufen geübt. Sie kann das schon länger. Aber sie traut sich nicht alleine. Aber jetzt bin ich da gewesen, um sie aufzufangen. Ich habe sie nicht aus den Augen gelassen. Weh getan hat sie sich trotzdem. Aber ich bin da gewesen, habe sie getröstet als sie vom Stuhl gefallen ist.

Wir waren jeden Tag draußen.

Wir haben uns die Sonne auf die Nase scheinen lassen.

Wir waren glücklich, frei und wir waren zusammen.


Meer 💕 und richtig warm auch noch 😍 by @familienzuschlag

Manchmal ist weniger mehr.

Und das ist definitiv das Motto für diesen Mallorca Urlaub gewesen, der aktuell meine absolute Traumreise darstellt. 16-20° waren perfekte Temperaturen für uns, um jeden Tag draußen zu sein und unsere Mini-Ausflüge unangestrengend, aber in Wärme genießen zu können. Der kleine unaufgeregte Ort bot genau so viel Angebote, wie Carli und ich sie benötigten. Es gab keine Gedanken à la „Das muss ich noch sehen/machen“. Wir waren damit einfach zufrieden.

Und jetzt fühle ich mich gestärkt und erholt, um in die nächsten Monate zu starten. Ich fühle aber nicht nur mich persönlich gestärkt, sondern auch die Beziehung zwischen Carli und mir. Ich will nicht sagen, dass ich etwas wieder gut gemacht habe mit so einem Urlaub. Aber es hat uns definitiv gut getan. Keiner war krank. Beide fit und konnten die Zeit genießen. Und wir konnten aufeinander eingehen. Das war so wichtig. Für mich. Und auch für sie.

Wenn ich also schreibe, man soll die Ferien auch als Ruheinseln nutzen: Diese Mal habe ich das wirklich so richtig gemacht.*

Wer sich nun fragt, wo denn mal Zeit für mich selbst geblieben ist: In Carlis Mittagsschlafzeit hatte ich 2 Stunden Me-Time. Zum Bloggen, Twittern, Lesen und alleine auf dem Balkon sitzen. Das war wundervoll, denn es gab nicht diesen Konflikt die 2 Stunden „Ruhe“ zu nutzen, um Rechnungen zu zahlen, Staubzusaugen, Mails zu beantworten, Unterricht vorzubereiten etc.pp. Und mir hat das gereicht. Mir hat diese Freiheit von Verpflichtungen einfach gereicht, um mich zu erholen und das Leben zu genießen.


Letzter Tag am Meer. Morgen geht’s schon zurück… by @familienzuschlag

Eine Traumreise kann ganz unterschiedlich ausfallen. Bisher waren Traumreisen immer mit einem exotischen und eher selten bereistem Ziel verbunden. Sozusagen ein ganz besonderer Urlaub. Aber meine Ansicht hat sich geändert. Denn diese kurze Reise, die mir so viel Zeit mit meiner Tochter in einem angenehmen Klima und einer wunderschönen Umgebung verschafft hat, war definitiv auch eine Traumreise. Beide Varianten schließen sich nicht aus. Ich träume immernoch von fernen Ländern und anderen Kontinenten. Meine Reiselust ist noch vorhanden. Aber dieses Jahr gilt definitiv für mich: Weniger ist mehr. Denn so kann ich die Entspannung und Auszeit voll genießen.

*Ich schweige mich mal über unsere Ankunft an Ostersonntag mit Familienfeiererei aus 😉

 

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4 Kommentare zu „Weniger ist manchmal mehr. Traumreise – Thailand oder Mallorca

  1. Hallo Juli,

    vielen Dank für deinen tollen Beitrag.
    Dein Fazit finde ich toll, und du hast so recht: Manchmal ist weniger echt mehr. Es klingt, als hättet ihr beiden einen tollen, entspannten Urlaub gehabt, den ihr in vollen Zügen genossen habt. In Soller war ich vor zwei Jahren mal für ein paar Stunden. Ein toller Ort. Von Carla Pi habe ich bisher noch nie gehört, es klingt aber so, als sei es der perfekte Ort, wenn man einen Erholungsurlaub braucht.

    Liebe Grüße,
    Christine

    Gefällt 1 Person

    1. Ja – vor meiner Tochter hätte ich das so niemals gesehen. Da wäre dieser Urlaub zwar schön, aber nie eine Traumreise gewesen. Wie du schon sagst: mit veränderter Lebenssituation kommen andere Bedürfnisse und Wünsche. Und tatsächlich auch eine andere Zufriedenheit. Aber die Reise- und Entdeckungslust ist noch vorhanden 🙂

      Gefällt mir

  2. Ich stimme Dir voll zu. Auch ein Nahziel kann eine Traumreise sein. Ich zähle auch für mich ein Wochenenden bei Freunden mit dazu. Viel unternommen haben wir nicht, da die beiden einen damals Dreijährigen hatten, doch auch der Ausflug in den Streichelzoo und das Picknick auf dem Abenteuerspielplatz fand ich toll. Alles ganz einfach. Ist der kleine Mann zufrieden, dann sind auch die Eltern entspannt – und dem Gast gehts gut. Außerdem war es einfach nur cool als Erwachsener ein Alibi-Kind zu haben um in den Streichelzoo zu gehen 😉

    Was genau nun dieses Wochenende zur Traumreise gemacht hat, da bin ich noch am Überlegen. Bis Sonntag werde ich aber eine Antwort gefunden haben und den Artikel im Blog veröffentlichen.

    Gefällt 1 Person

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