familienzuschlag · Kita

Eingewöhnung Kita Woche 1

Carli geht jetzt in die Kita! Ein kleiner Erfahrungsbericht.

Ich bin ja schwer begeistert von dieser Einrichtung. Besonders, weil ich die sanfte Eingewöhnung nach dem Münchner Modell Klasse finde. Den Kindern wird so viel Zeit gegeben wie sie brauchen. Die Erzieher drängen sich nicht auf und schauen ganz individuell welche Schritte die nächsten sind.
Die erste Woche steht noch ganz im Zeichen des Ankommens.

Eltern und Kind dürfen sich frei bewegen und werden sehr in Ruhe gelassen. Impulse des Kindes werden angenommen, aber die Erzieher halten sich zurück.

Toll ist bisher auch,  dass der Herzenskerl und ich uns die Eingewöhnung aufteilen dürfen.

Ich kann also an meinen freien Tagen mit in die Kita und der Kerl hat ja Elternzeit. Beide Elternteile bekommen also einen Eindruck und wissen, was ihr Kind so macht. Ich finde das total wichtig und richtig! Bisher klappt das auch ganz gut, wobei an Tag 3 Carli schon anhänglicher gewesen ist und sich sehr bei mir aufgehalten hat. An Tag 1 und 2 war sie aktiver und aufgeschlossener.

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Carli spielt draußen. Sand findet sie aber suspekt und ekelt sich eigentlich auch ein bisschen davor.

Ich habe da aber eine Theorie:
Carli hat sich in der Eingewöhnung leider gleich eine Bezugsperson ausgesucht. Die Praktikantin. Die sieht meiner Schwester sehr ähnlich und ist vom Typ her auch ähnlich wie Carlis Babysitterin. Zudem ist sie im Gegensatz zu fast allen anderen Erzieherinnen noch sehr jung (20). Es gibt sonst nur eine jüngere Erzieherin, die aber ein ganz anderer Typ ist.
Ich denke also,  Carli hält sich an das vermeintlich Bekannte.

 

Warum sie an Tag 3 anhänglicher gewesen ist, erkläre ich mir deshalb so:

Morgens hat sich Carli gleich total über die Praktikantin gefreut. Hat signalisiert, dass sie zu ihr will. Die Praktikantin hat sich dann um Luise gekümmert und wollte ihr auch ihr Frühstück geben. Das wurde dann aber von den Erziehern ausgebremst, da in Woche 1 ja Eltern und Kind erst noch alles kennenlernen und Mama/Papa die Bezugsperson bleiben sollen.
Den Vormittag hat die Praktikantin dann einen Ausflug mitgemacht während wir in der Kita geblieben sind. Somit war ich wieder hoch im Kurs. Erst als Carli nach dem Mittagessen die Praktikantin wieder gesehen hat, war ich egal und Carli ist dem Mädchen hinter her. Sie hat sich also intuitiv eine Bindungsperson in der Kita ausgesucht, die sie neben Mama/Papa ansprechen kann. Als die Praktikantin nicht mehr da gewesen ist, war ich somit wieder wichtiger.

Einerseits freut es mich sehr, dass Carli gleich Vertrauen in jemanden gefasst hat. Andererseits bleibt die Praktikantin nur bis Ende Februar. Ich hoffe, Carli freundet sich mit ihrer Bezugserzieherin auch noch so an 🙂 aber wir sind ja noch am Anfang!

Meine Sorge ist nur, dass es mit Papa so viel besser läuft und die Erzieherinnen mir noch nahelegen, dass ich die Eingewöhnung ganz an den Herzenskerl abgebe. Wäre kein Weltuntergang, aber mir macht es einfach auch Freude, Carli zu beobachten und mitzuerleben, wie sie sich in der Kita einlebt.

An Tag 4 der Eingewöhnung war sie aber wieder gelöster und mutiger. Ich war die meiste Zeit nicht relevant. Einziges Manko: Sie muss sich nur noch an die Essenszeiten gewöhnen. Bisher gab es Essen ja immer nach Bedarf. In der Kita gibt es feste Zeiten. Und sie signalisiert mir manchmal, dass sie stillen möchte. Wir haben es aber bis Zuhause durchgehalten und ich konnte sie mit Wasser und dem Inhalt ihrer Frühstücksdose hinhalten…

Nächste Woche geht sie Montag, Dienstag und Mittwoch mit Papa in die Kita, weil ich arbeiten muss. Die Erzieherinnen sind aber ganz begeistert von Carli und denken, dass wir nächste Woche schon eine räumliche Trennung probieren können. Ich denke das auch. Neben Carli sind gerade noch mehrere Kinder in der Eingewöhnung und in unterschiedlichen Phasen. Manchen Eltern fällt es schwer sich von ihrem Kind zu trennen. Mir geht es ähnlich, aber Carli und ich, wir sind das bereits gewohnt, so dass es für uns nicht das erste Mal ist. Bedenken habe ich natürlich trotzdem noch. Wie wird das mit dem Essen? Mittags isst sie sehr langsam und braucht recht viel Aufmerksamkeit und Geduld. Ihr Frühstück muss ihr öfter angeboten werden. Und wenn ich an das Schlafen denke, da bin ich einfach froh, dass das erst in ein paar Wochen Thema sein wird…

 

Carli in der Kita. Sie beobachtet wahnsinnig gerne.

Es bleibt also weiterhin spannend. Und ganz besonderes spannend für mich wird die nächste Woche. Ich hoffe sehr, dass unser Eingewöhnungskonzept mit wechselnder Begleitperson aufgeht.

Hier mal der durchschnittliche Tagesablauf der Kita:

8:00-9:00 Bringzeiten
… und die Kinder frühstücken dann erst mal in der Cafeteria
Ab 10:00 gibt es je nach Tagesplan verschiedene Angebote in den verschiedenen Räumen oder es werden Ausflüge gemacht (Bücherei, Spielplatz usw.) bzw. Sie gehen in den eigenen wunderschönen Aussenbereich
10:50 man merkt sie Kinder bekommen HUNGA!!! Es wird sich zum Singkreis verabredet und anschließend gehen alle Händewaschen
11:20 Mittag! Nach einer Piep-Piep-Piep wir haben uns alle lieb – Variante geht die Essenschlacht los. Den Kindern wird hier super viel Eigenständigkeit zu getraut. Es gibt Gläser und Porzellangeschirr, die Schüsseln mit dem Essen werden auf die Tische gestellt und die Kinder nehmen sich selbst. Den Kleinen wird natürlich geholfen aber sie dürfen auch selbstständig (versuchen zu) essen. Wer satt ist darf auf stehen, muss sein Geschirr wegräumen und verlässt die Cafeteria.
Das ist schon eine kleine Sauerei, aber ich bin echt positiv überrascht wie gut das klappt!
11:50 alle Kinder holen ihren Eimer und werden ausgezogen, vorbereitet für den Mittagsschlaf. Jeder bekommt eine frische Windel.
12:15 Licht aus. Alle schlafen.

Und Carli und ich gehen nach Hause.

Anmerkung: Wer sich wundert, warum es nur 4 Tage sind – die Eingewöhnung startet immer erst am Dienstag, weil die Montage wohl für alle Kinder aufregender sind.

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