familienzuschlag · Referendariat · Unterrichtsbesuche

UB No. 2 – Es wäre doch langweilig, würde immer alles so laufen wie geplant.

Meine Unterrichtsbesuche zeichnen sich derweil dadurch ab, dass nichts so wird wie ich mir das vorstelle.

Jetzt lachen sicherlich alle. Denn Schule und Unterricht zeichnet sich ja dadurch aus, dass Pläne nicht aufgehen und improvisiert werden müssen.

Aber!
ABER!

Ich würde doch sehr bitten, dass der Gott der Referendare (den es sicherlich irgendwo da draußen gibt) mal ein gutes Wort für mich einlegt!wp-1455128706723.jpg

Hier die Story:

Ich komme in die Schule. Erste Info: Anderer Raum.
*rennt schnell nach oben ins 3. OG *schreibt Notiz über Raumwechsle
*rennt zum neuen Raum *unterdrückt Panikgefühle

Die ersten 45 min laufen ohne Probleme.  Es ist wohl mal wieder der gute Murphy der das Schicksal beeinflusst und alles in die zweiten 45 Minuten presst. Eine leichte Unsicherheit, ob der Besuch den Raum findet bleibt. Aber ich kann ja schlecht meinen Unterricht pausieren, um den Besuch zu suchen…

Schon beim Aufwärmen fällt eine Schülerin hin und haut sich am Knie. Ok.  Mein Herz rast. Aber alles halb so wild.

Mein Besuch signalisiert mir dann, dass es nett wäre, vorher Bescheid zu bekommen, wo der Unterricht stattfindet, dann müsse man ja nicht unbedingt noch ins Sekretariat.
Naja. Ich lasse mich nicht aus dem Konzept bringen. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Und dann nimmt das Unglück seinen Lauf….
Eine Schülerin, nennen wir sie Elsa, hat schon 2x den Raum verlassen um auf Toilette zu gehen. Da ich aber ja schrecklich aufgeregt bin, ist mir das Wurst. Sie kommt ja wieder. Allerdings ist sie schon etwas blass um die Nase.
Ich schicke die Schüler in eine Gruppenarbeitsphase. Und als Elsa mich dann fragt, ob sie nach Hause gehen dürfe,  weil es ihr nicht gut gehe, erlaube ich das natürlich.

Folgendes passiert dann wie in Zeitlupe:
Elsa zieht ihren Mantel an. Dreht sich zu mir rum und erbricht sich vor meinen Füßen.

Ja genau. Sie erbricht. Sie übergibt sich. Sie kotzt. Vor. Meine. Füße.

Mein Privates-Ich hätte so reagiert: Ih, Oh. Du Arme. *ergreift die Flucht und hofft das ihre Freundin sich kümmert*

Mein Lehrer-Ich reagiert so: Ich kann dich jetzt so nicht nach Hause gehen lassen. Kann deine Mutter dich abholen? Bitte ruf sie jetzt gerade mal an. *geht Lappen holen* Du kannst mit Anna unten warten bis deine Mutter kommt. *wischt das Erbrochene weg*

*Fährt mit Unterricht fort.

*bleibt äußerlich total cool.

*Ekelt sich erst Zuhause.

Ja und so kommt es, dass man selbst in der gymnasialen Oberstufe nicht davor geschützt ist sich um Körperausscheidungen von Schülern zu kümmern.

Und ja, wäre es kein Unterrichtsbesuch gewesen, hätte ich sicherlich den Hausmeister oder das Sekretariat benachrichtig, um nicht unbedingt selbst das Erbrochene wegzuwischen. Aber man fährt da schon einen Film in so einem beobachteten Unterricht.

 

2013-09-22 13.50.17 (2)

Das hab ich mir dann echt mal gegönnt…. 😀

 

 

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Ein Kommentar zu „UB No. 2 – Es wäre doch langweilig, würde immer alles so laufen wie geplant.

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